Japan Teereise - Sonntag, 18.05.2014

8:00 Uhr der Wecker leutet. Auf nach Japan!!! Nachdem die Stammstrecke München mal wieder gesperrt ist, geht
es über den Hauptbahnhof zum Flughafen. Endlich am Flughafen angekommen sehen wir das grösste Flugzeug
der Welt, das uns nach Dubai bringen wird....der A380-800. Der Flieger ist pünktlich um 15:45 Uhr gestartet.

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Er sieht von von aussen grösser aus als er von innen wirkt, ist aber angenehm leise und bietet eine angenehme
Beinfreiheit. (Der nette Mann am Fenster war trotz Bier nicht ein Mal auf Toilette. Ein Fakir?)

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Nach knapp 5 Stunden und 2 Filmen (23 Uhr Ortszeit), beim Landeanflug auf Dubai ohhh....was für ein Lichtermeer.

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Ein bombastischer, riesiger Flughafen mit Grünanlagen, Wasserspielen und unverschämt teuren Uhren....

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Drei Stunden später geht es weiter nach Osaka.

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Jetzt folgen zermürbende 9 Stunden Flug. Wir sitzen beengt in einer Boeing 777-300 und reichlich Turbulenzen über
dem Himalaya...an Schlaf ist nicht zu denken. Um 17 Uhr Ortszeit, 22 Stunden nach Aufbruch (am Hauptbahnhof
München) landen wir bei herrlichem Wetter und 25 Grad in Osaka.

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Die Deutschen haben die Bürokratie erfunden und die Japaner haben sie perfektioniert, das merken wir beim Geld-
wechseln. Man füllt ein Formular inklusive Reisepassnummer, Adresse vor Ort aus. Das Geld wird gezählt, mit Formular
in eine Schale gelegt, an einen anderen Beamten übergeben, nochmal gezählt. Man bekommt eine Abholnummer und
darf sich damit in der nächsten Schlange anstellen. Ist man endlich dran werden die Yen-Scheine nochmal gezählt und
mit einer Verbeugung und beiden Händen übergeben. Puh endlich geschafft.

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Auf zum Zug nach Shin-Osaka. Wir warten am Bahnsteig auf den Kansai Airport Express Haruka und können es kaum
fassen.... wir sind in Japan.

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Der Zug fährt ein, das Abteil wird gereinigt und was für ein Anblick, die Stühle fangen zu tanzen an und drehen sich
automatisch in die neue Fahrtrichtung. Fahrtzeit 50 Minuten...und  nur an Häusern vorbei.

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Wir stellen unsere Koffer im Station Shin-Osaka Hotel Hokan ab und gehen noch eine Kleinigkeit essen. Für jeder
Gericht gibt es im Schaufenster ein Ausstellungsstück in Plastik, was dem Original verblüffend ähnlich ist.
Es schmeckt super!

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Jetzt schnell ins Hotel Blog schreiben und ab ins Bett. Wir sind nach 24 Stunden 'on tour' hundemüde. Jetzt ist es 
24 Uhr Ortszeit.

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Ihr beiden Teefreaks Frank Wiebach, Liane Regner und im Hintergrund der Oberfreak Werner Merten.
Gute Nacht!

 

Japan Teereise - Montag 19.05.2014

Heute ist wieder ein reiner Reisetag. Zwei haben Jetlag einer nicht. Raten sie mal wer nicht? Wir konnten länger
schlafen, da der erste Zug überfüllt war und wir unsere gesamte Planung über den Haufen werfen konnten.
Trotzdem liegen jetzt 1072 km Zugstrecke vor uns. Abfahrt 10:59 Uhr am Bahnhof Shin- Osaka über Hiroshima
nach Kagoshima- Chou, dann weiter nach Miyazaki und noch einmal umsteigen und weiter nach Kawaminami.
Dort werden wir dann mit zwei Stunden Verspätung ankommen.

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Zum Glück zahlt der Big Boss (links) den schnellsten Zug Japans. Wir warten auf den Shinkasen Sakura 553.

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In unseren bequemen Sitzen rasen wir mit atemberaubender Geschwindigkeit Richtung Süden.

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Jedes Mal wenn ein Servicemitarbeiter in das Abteil kommt verbeugt er sich beim Betreten und Verlassen.

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Pünktlich 15:01 Uhr erreichen wir Kagoshima-Chou. Haben 90 Minuten Aufenthalt und nutzen den um einen kleinen
Snack zu uns zu nehmen. Beim Warten auf unseren Anschlusszug können wir die Vielfalt japanischer Züge bestaunen.

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18:25 Uhr geht es mit gemütlichen 60 km/h weiter nach Miyazaki. Die anfangs exotische Meeresküste inkl. Palmen
und dem Vulkan 'Sakura Jima' ändert sich zunehmend zu einer Landschaft, die dem Bayrischen Wald ähnelt.

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In Miyazaki wechseln wir 18:55 Uhr nochmal in eine Vorstadtbahn zur 'Rush Hour'!!! Überwiegend gefüllt mit
Schulkindern in Uniform.

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19:31 Uhr erreichen wir unsere Endstation Kawaminami. Wir werden herzlich von den Marimo Jungs, Haruyo und
Shigeru Morimoto empfangen. Es gibt ein typisch japanisches Abendessen und sind zur Übernachtung in einem
traditionellen japanischen Haus eingeladen. Die Marimo Jungs helfen hier seit April bei der Ernte, Verarbeitung
und liefern uns wieder tolle Tees. Sie schreiben einen eigenen Blog unter: 'MARIMO'. [Externer Link]

 

Es ist jetzt 1 Uhr Ortszeit... Das war es für heute....

 

Ihre beiden Teefreaks Liane Regner, Frank Wiebach und im Hintergrund der Oberteefreak Werner Merten.



 

Japan Teereise - Dienstag 20.05.2014

Es ist früh um 6, ich bin wach. Es ist ganz schön hart. Ich liege in einem echtem japanischen Zimmer, das mit
Tatamimatten ausgelegt ist und mein Lager ist eine ausgerollte Futon Matte.

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Ich öffne die Schiebetür und im Englischen würde ich sagen 'It's raining cats and dogs!'... Es gießt wie aus Kübeln.
Zum Glück kann ich noch mal einschlafen und 08:30 Uhr war allgemeines Aufstehen. Es gab japanisches Frühstück,
das heißt mit Suppe. Frau Morimoto bietet mir etwas Besonderes zur Stärkung an, damit ich groß und stark werde.
Oh ja , das probiere ich und es war ein ekeliger Geschmack. Ich erfahre es sind vergorene Sojabohnen. Geruch und
Geschmack wie 'Stinketofu'. Gestärkt brechen wir zum Tea Institut Miyazaki auf. Der Regen wird immer schlimmer...

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Übrigens befinden wir uns abseits jeglicher Touristen Route in der Präfektur 'Miyazaki' und zwar genau hier:

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Im Tea Institut empfängt uns ein Mitarbeiter, der kein Wort Englisch konnte und unser Übersetzter Dietmar von den
Marimo Jungs ist heute auch ausgefallen, da er mit Erkältung im Bett liegt und wir müssen improvisieren. Tobias der
andere Marimo Junge übersetzt mit einem Monat Japankenntnis und Händen und Füßen. Wir erfahren viel über die
verschiedenen Teepflanzen und können sie im strömenden Regen anschauen. 60 Sorten werden auf einem Versuchsfeld
angebaut, darunter 11 aus Miyazaki. Zur Sprache kommen auch die Probleme mit Schädlingen und Bio-Anbau. Es sind
keinerlei chemische Bekämpfungsmittel erlaubt. Aktuell gibt es Felder die von den Dans (ein rote Blattlausart) befallen
sind. Die Läuse werden mittels Druckluft und Wasser von einer Maschine von den Blättern gewaschen, in einem Behälter
aufgesammelt und danach ertränkt.

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Danach besuchen wir das größte Feld der Morimotos aber das schottische Wetter hat uns vertrieben.
Statt zu Fuß haben wir das Feld mit dem Auto umrundet. Ein Teil der Fläche war gebruhnt.
Teebüsche werden regelmäßig gebruhnt (zurückgeschnitten), damit sie verjüngt und gestärkt werden.

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Zurück im Haus haben wir die neuen Teeernten verkostet, unter anderem 'Oku Yukata' (Fukamushi J25),
'Oku Midori' (J07), 'Minami Sayaka' und Benefuki (Kafun Catechintee).

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Das Wetter (strömender Regen) war ideal um die Verarbeitung anzuschauen. Leider ist die Ernte seit fünf Tagen
abgeschlossen und wir sehen die Maschinen nicht 'in action'. Die Verarbeitung beginnt mit dem 'gekühlten Wartezimmer'
für die Teeblätter. Durch die Kühlung wird während der Wartezeit vor dem Steamer (Dämpfmaschine) die Fermentation verzögert.

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Im Steamer werden die Blätter 30 - 90 Sekunden lang bedampft, damit wird die Fermentation verhindert.

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In den nächsten Maschinen wird der Tee mittels Rechen aufgelockert und gerollt. Während der ganzen Prozedur
wird Wärme zugeführt und der Wassergehalt verringert. Die Verarbeitungsstrecken variieren von Bauer zu Bauer.

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Die finale Erhitzung für die besonders feinen, nadelförmigen Tees: 'Miyazaki Tokujou', 'Morimoto Shiraore',
'Motomoto Fukamushi Sencha' und 'Morimoto Kabusesencha' findet hier statt.

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Nach dieser Fülle an Informationen können wir bei einem einmaligen Abendessen abschalten.

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Wir sitzen in der Küche bei den Morimotos und schauen mit graus auf die Uhr.... es ist kurz vor 02:00 Uhr Nachts.
Der Blog hat uns wieder total in den Bann gezogen und jetzt gehen wir ins Bett. 

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Gute Nacht ihr Teefreak-Trio.

Liane Regner, Frank Wiebach und wieder im Hintergrund, Werner Merten.

 

 

 

 

Japan Teereise - Mittwoch 21.05.2014

Heute Morgen scheint endlich wieder die Sonne. Juchuuu!!!!! Es hat nur 26 Grad, aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit und dem warmen Wind kommt es einem wie 36 vor. Perfektes Wetter um die restlichen Teefelder der Morimotos zu besichtigen. Ein Feld ist mit dem gestern erwähnten Dans befallen und wir wollten sie live sehen. Haben außer dem Schaden, Spinnen, Marienkäfern und anderem Krabbeltieren nichts gefunden. Zum Glück auch nicht die sehr beliebten Schlangen. Das ist jetzt nicht sarkastisch, sie bekämpfen Schädlinge. Diese Vielfalt an Insekten ist der Befall beschränkt sich Gott sei Dank nur auf einen Teil eines Teefeldes und nachdem Herr Morimoto schnell reagiert hat, konnte er den Schaden klein halten. Reagieren bedeutet im Bio-Anbau natürlich etwas anderes als beim Konventionellen, bei dem der Bauer zur Chemischen Keule greift und den Biestern schnell den Gar ausmacht.

Nachdem bei den Morimotos keine Spritzmittel eingesetzt werden haben sie die Teebüsche mit einer speziellen Maschine gewaschen. Bei diesem Vorgang werden die Blätter mit einem starken Wasserstrahl gewaschen wobei die Läuse herabfallen und zugleich aufgefangen werden. Die Läuse ertrinken. Die ist zwar viel aufwendiger, aber das ist eben Bio-Anbau. Sollte so etwas schlimmer ausfallen, so bleibt dem Biobauer noch der Radikalschnitt, er schneidet dann die Teebüsche sehr stark ab und lässt nur noch ein paar Blätter übrig. Wo es nichts mehr zu fressen gibt, verschwinden sie. Im Bio-Bereich kann so etwas schon mal vorkommen. Aber lieber mit etwas Verlust und höheren Preis als mit der Chemiekeule. Aber zum Glück haben die Morimotos es rechtzeitig und durch Ihre langjährige Erfahrung bemerkt und im Griff. Ein Zeichen von konsequenten Bioanbau.

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Interessant ist eine Neuanpflanzung. Die Sorte heißt Sunrouge und ist an der Rotfärbung der Knospe und den
oberen Blättern zu erkennen. Laut Herrn Morimoto schmeckt sie nicht, ist aber reich an Anthocyanen.
Das sind Antioxidantien die auch in Tomaten, rotem Paprika, Brombeeren, Heidelbeeren etc.. vorkommen.
Es wird sicher spannend wie sich das Ganze noch entwickelt.

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Das letzte Feld hat einen tollen Blick aufs Meer. Von diesem Feld stammt unser Morimoto Shincha (J30). Es ist das
höchstgelegene Teefeld der Morimotos das fast rundherum von Bäumen umgeben ist. Es ist natürlich sehr aufwendig,
die Erntemaschine auf einem kleinen Laster hierher zu fahren, aber es ist eben mit das Schönstgelegene.

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Um das Mittagessen und die anschließende Reise zu schaffen helfen wir den Marimo Jungs ihre Lieferung zu
verpacken, wo kurioser Weise einige unser Tees dabei waren.

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Hier unsere Route. (Quellen Google Maps) zu der wir aufbrechen. Eigentlich wollten wir mit dem Zug und dann
weiter mit dem Bus fahren aber nachdem das Verpacken länger gedauert hat, wollte Herr Morimoto uns unbedingt
mit dem Auto fahren, da es sonst zu spät werden würde, den die Busse fahren nur alle 2 Stunden. Tja, und zu
einem Japaner sagt man nicht nein. So sind wir mit dem Auto gefahren und waren natürlich viel schneller da.

Quelle: Google Maps 


Quelle: Google Maps

 

 

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Ich hätte nie gedacht, dass Japan so grün ist. Außerhalb von Ortschaften fast nur Wald. Hier in den Bergen ist
es deutlich kühler, was sehr angenehm ist.

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Liane ist von den Wolkenbäumen hin und weg.

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Zum Abendessen geht es in ein uriges, für uns ungewöhnliches, kleines Lokal. Man isst im Knien und dem
Durchschnittseuropäer schlafen spätestens nach 10 Minuten die Füße ein.

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Gute Nacht ihr Frank Wiebach mit Anhang.

Es ist 01:00 Uhr durch kurz nach 07:00 Uhr müssen wir schon zum Frühsück. 

 

 

 

 

 

Japan Teereise - Donnerstag 22.05.2014

Nach vier Stunden Schlaf müssen wir schon wieder raus aus den Federn, damit wir unseren Bus noch erwischen, den es geht auf eine Plantage in die Berge, von der wir einen Kamairicha im Sortiment haben.

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Hier in den Bergen wird im Gegensatz zum Küstenstreifen noch 'Kamairicha' produziert. Das ist die älteste Art Tee
in Japan zu verarbeiten und gibt es fast nur noch in Miyazaki. Der heute so beliebte und bekannte Sencha wurde
erst nach dem 2. Weltkrieg immer mehr zum Standard. Auf Grund der 600 m Höhe und der niedrigeren Temperaturen
wird hier gut einen Monat später geerntet und haben das Glück alles bei voller Produktion mitzuerleben.
Als wir ankommen ist die halbautomatische Ernte fast abgeschlossen. Hierbei wird mit einer Art Heckenschere bis zu
ca. 10 cm oben abgeschnitten.

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Als nächstes geht es in die kleine Teefabrik. Hier wird gerade Kamairicha produziert. Der Tee wird auf Mini-LKWs
angeliefert und kommt in den gekühlten 'Warteraum'. Hier wird die Fermentation verlangsamt.

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Über ein Förderband kommt er in die Kama-Maschine. Der Tee wandert langsam durch eine gasbeheizten,
rotierende Trommel. Die Trommel ist 380 Grad heiß, wobei die Blätter nie mehr als 100 Grad erreichen.

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Anschliessend wird der Tee in die Obere Kammer zum Auflockern gesaugt. Diese ist ebenfalls beheitzt um den
Wassergehalt zu verringern.

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Als Nächstes geht es für ca. 30 Minuten in einen Kühler. Luft wird durch den Tee geblasen um ihn auf
Raumtemperatur zu kühlen.

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Jetzt geht es zum Rollen. An diesem Punkt darf der Tee nicht zu trocken und nicht zu feucht sein. Es braucht schon
ein paar Jahre Erfahrung diesen Spagat zu schaffen. Das Blatt wird gequetscht und gebrochen.

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Weiter geht einer großen Trommel. Hier wird der Tee wieder erhitzt.
Der Tee verliert Feuchtigkeit und es findet eine Formgebung statt.

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Der letzte Trocknungsschritt findet in einem Etagentrockner statt. Der Tee hat jetzt eine Restfeuchte von 5 %.

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Jetzt durchlauft er nur noch verschiedene Sortiermaschinen. Es werden unerwünschte Bestandteile aussortiert.

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Besonders ist eine elektronische Sortiermaschine, die bestimmte Farben mittels Druckluft aussortiert. Das geht
sehr schneller als bei den herkömmlichen Sortiermaschinen. Wir haben es bei Kuckis (Stängel) gesehen.

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Eine weitere Besonderheit der Plantage ist, dass hier teilweise noch von Hand geerntet wird. Das ist in Japan extrem
selten. Es werden nur 10 Kg pro Jahr produziert, von dieser Rarität, die von der Teepflanze Saki Midori stammt,
konnten wir uns 2 kg sichern. Sie ist demnächst bei uns im TeaHouse erhältlich.

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Faszinierend ist die Qualität des Pflückgutes. Genau die Knospe und ersten drei Blätter.

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Wir haben noch eine Besonderheit gefunden. Eine Oolong der in Japan produziert wird. Er wird aus der Pflanze
Minami Sajaka hergestellt wird. Trifft bei uns in zwei bis drei Monaten ein.
Ein Highlight war, wir Konnten unter Anleitung einen Kamairicha im Wok ohne jeglichen Maschineneinsatz per Hand
produzieren. Das Inaktivieren der Enzyme erfolgt durch starke Hitze (über 300 Grad). Wegen der hohen Temperatur übernimmt der Teebauer diesen Schritt.

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Beim anschließenden rollen und quetschen der Teeblätter durften wir Hand anlegen. Der Tee fühlte sich anfangs
wie Moos und zunehmend lederartig an. Es dauerte ca. 30 Minuten.

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Beim Trocknen hatte der Wok nur noch 150 Grad. Damit der Tee nicht verbrennt wird er ständig gewendet, dabei
abwechselnd gerollt und aufgelockert. Die Menge an Tee wurde immer weniger und der Tee zunehmend trockener.
Mit der Zeit nahm der Tee eine blau- grüne Farbe an.

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Als der Tee fertig war haben sogar wir den typischen Kamairichageruch erkannt. Wir produzierten zu fünft, ohne
pflücken, in 2 Stunden 400g Tee. Wahnsinn wie Aufwendig früher die Teeproduktion war.
Zum Schluss gab es noch eine Teeverkostung. Wir konnten unter anderem unsere beiden Besonderheiten probieren.

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Unsere Verkostungsrunde bestand aus (von links) 'Saki Midori# (Handpflückung), 'Meiry Oko' (sehr selten angebaut),
'Sae Midori', 'Kanaya Midori', 'Yabukita', 'Minami Sayaka' (Oolong).

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Interessant war dass die Japaner Tees, die wir als zu herb empfanden besonders mochten. Die Tees des
Teegartens sind eher grün und hatten nicht den typischen Röstgeschmack des 'Kamairicha'.

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Unser Schalfdefizit wird von Tag zu Tag grösser, jetzt ist es auch wieder halb drei Uhr in der Früh. Schluss aus jetzt
geht's ins Bett. Liane fallen neben mir schon die Augen zu und der Boss sitz mir im Nacken :-) auf dem Bett in meinem
Einzelzimmer. Nein alles gut aber wir müssen morgen wieder raus, also gute Nacht ihr Frank Wiebach und die Mitreisenden. ..


 

 

 

Japan Teereise - Freitag 23.05.2014

Heute steht der Tee mal nicht im Vordergrund.  Wir wollen zu den Morimotos zurück, aber der Bus geht erst nachmittags.
Die freie Zeit nutzen wir um uns die Sehenswürdigkeiten von Takachiho anzusehen. Auf dem Weg fanden wir eine tolle
Bäckerei wo Liane richtig zuschlug.

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Takachiho ist vor allem bei japanischen Touristen beliebt. Sie ist bekannt als Land der Mythen und Legenden.
Angeblich ist hier der Enkel der Sonnengöttin Amaterasu zur Erde herabgestiegen.
Nach dem Frühstück gehen wir zum Takachiho Gorge. Es ist eine Schlucht, die der Fluss Gokase ins Vulkangestein
geschnitten hat. Der 17m hohe Wasserfall vor dem Hintergrund des dichten, grünen Laubes und den umliegenden
grauen Klippen ist ein Muss für jeden Takachihobesucher. Unser Tipp, der späte Vormittag ist die beste Zeit. Die
Sonne scheint dann tief in die Schlucht und man muss nicht für ein Boot eine Stunde anstehen. Deshalb hatten wir
Glück und konnten gleich eins mieten. Wir hatten einen riesen Spaß dabei, Frank und Liane abwechselnd an den
Rudern versuchten nicht mit den anderen Booten zusammenzustoßen, denn alle Japaner hier in den Booten machten den
Eindruck als ruderten sie zum ersten Mal. So haben sie uns sicher durch die Schlucht gebracht. Wir waren so fasziniert,
dass wir am Ende noch nachzahlen mussten. Statt einer halben, waren wir fast eine ganze Stunde mit dem Boot unterwegs.

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Werner hat während der ganzen Reise noch kein Matcha-Eis bekommen. Umso mehr strahlt er heute ums Gesicht
als wir auf dem Rückweg einen Stand mit Matcha-Eis entdeckten.  Er war ganz glücklich und für uns war es das
erste Matcha-Eis.  Es war wunderbar cremig, aromatisch und nach Matcha schmeckend.
Jetzt verstehen wir warum unser Boss so drauf abfährt. Mhhhh..

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Auf dem Rückweg besuchten wir noch den Takachiho Schrein. Er befindet sich westlich des Stadtzentrums in einem
Hain von bis zu 800 Jahre alten hohen Zedern umgeben. Der Schrein ist der wichtigste in dieser Region. In der
Geschichte war die Shinto-Sonnengöttin so empört über die grausamen Streiche ihres Bruders, dass sie sich in einer
Höhle versteckte und weigert herauszukommen. Damit war die Welt in dunkel  gehüllt und ohne ihr lebenspendendes
Licht. Alle anderen Götter und Göttinnen versammelten sich um sie herauszulocken. Sie versuchten alles Mögliche,
hatten aber keinen Erfolg. Bis eine Göttin einen unanständigen, deftigen Tanz aufführte, der die anderen Götter zu
einem brüllenden Lachen gebracht hat. Amerterasu verließ darauf die Höhle um nachzusehen warum die anderen
Götter so lachten und damit kehrte ihr Licht zurück in die Welt. Heute wird diese Legende als Yokagura (Nacht-Tänze)
in einer Serie von 33 Episoden nachgestellt. Diese Aufführungen finden am Samstagabend von Mitte November bis
Mitte Februar statt. Eine massiv verkürzte Version können Touristen das ganze Jahr über jede Nacht in einer ein-
stündigen Show beim Takachiho Schrein miterleben. Täglich von 20:00 bis 21:00 Uhr. 

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Am späten Nachmittag ging es dann in einer dreistündigen Fahrt zurück nach Miyazaki. Zuerst eineinhalb Stunden
mit dem Bus durchs Gebirge und anschließend weiter mit dem Zug die Küste entlang. Am Bahnhof warteten schon
die Morimotos. Bevor wir wieder zu ihnen nach Hause fuhren, ging für Liane ein großer Wunsch in Erfüllung, wir
fuhren an den Strand. Liane war hin und weg weil sie das erste Mal im Wasser des Pazifiks stand. Tausende Kilometer
nur offenes Meer und wenn man nicht zufällig Tahiti oder Hawaii trifft man nach viel, viel Wasser irgendwann Amerika.

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Gute Nacht liebe Teefreunde, es ist schon wieder ein Uhr durch und ich verabschiede mich für heute.
Ihr Frank Wiebach mit Anhang.




 

 

Japan Teereise - Samstag 24.05.2014

Seit langem konnte ich fast ausschlafen. Es ist fast 10 Uhr und die Sonne lacht. Ich habe mich in erstaunlich kurzer Zeit an die Futon-Matratze gewohnt. Man sagt ja hart schlafen wäre gesund. Ist ne Überlegung Wert das Bett zuhause zu entsorgen. Geweckt wurde ich weil der Boss im Nebenzimmer krach gemacht hat und das Haus durch die Schiebetüren extrem hellhörig ist. Als Teebauer ist man gewohnt um 5 aufzustehen und so warten die Morimotos natürlich leicht ungeduldig darauf, dass wir endlich am Frühstückstisch erscheinen. Da wir Europäer mit Suppe und Reis zum Frühstück auf Dauer überfordert sind gibt es Toast und Honig. Der Honig stammt von einem Bienenstock direkt neben Feld 12. Da kommt unser Shincha her. Dazu gibt's Kafun Catechin Tee. Anders als bei den meisten Deutschen, die Blättertee trinken, gibt es bei dem Morimotos fast ausschließlich Matcha. Sie schätzen am Pulvertee (Matchatee), dass es schnell geht und man das komplette Blatt inklusive aller Wirkstoffe mittrinkt.


Mein Fall ist der Catechin Tee nicht. Er ist herb und hat nicht die schönste Farbe. In meinen Augen kein Tee zum
Genuss eher für die Gesundheit. Die verwendete Strauchsorte heisst Benifuki. Da wir so interessiert sind bietet
Frau Morimoto an uns die Herstellung zu erklären. Leider ist die Ernte und Verarbeitung schon bis aufs Mahlen
abgeschlossen. Als erstes geht es zum Feld. Die Benifuki hat im Vergleich zu den anderen Sorten grössere und
fleischige Blätter. Die Blätter gehen mehr ins dunkelgrüne, sind härter und wenn man sie kaut schmecken sie bitter.
Liane hat es gleich ausgespuckt.

Benifuki (Bild unten)


In der Fabrik angekommen erfahren wir, dass die Verarbeitung bis aufs Mahlen der Herstellung des Senchas gleicht.
Das Mahlen geschieht in einem abgetrennten, klimatisierten Raum der nur ohne Schuhe betreten werden darf.
Frau Morimoto zieht sich Handschuhe an und öffnet die Trommel der Mühle.



In der Trommel zerschlagen Keramikkugeln die Teeblätter. Die Kugeln haben zwei verschiedene Grössen. Der Vorteil
gegenüber der Steinmühle ist, dass auch die Blattrippen mitgemahlen werden und viel grössere Mengen verarbeitet
werden können. Die Keramikmühle der Morimotos schafft 13Kg in 40 Stunden, eine Steinmühle nur 50g pro Stunde.
Die Keramikmühle ist also fast 7 mal so schnell, allerdings wird der Tee nicht ganz so fein.



Wir fahren heute noch nach Kokubu im Süden Miyazakis und haben noch Zeit bis der Zug geht. Damit uns nicht
langweilig wird haben sich die Marimo Jungs etwas tolles ausgedacht. Sie giessen verschiedene Strauchsorten,
teilweise auch die gleiche Sorte beschattet und unbeschattet auf. Alle Sorten sind nicht final erhitzt. Mir war schon
vorher klar, dass die einzelnen Sorten sehr unterschiedliche Charaktere haben.
Es war aber doch mal was anders die Sorten ungeblendet und im direkten Vergleich zu kosten.



Es ist Zeit uns von den Morimotos zu verabschieden. Wir sind vor allem für die Herzlichkeit und natürlich Kost und
Logie so begeistert, dass wir sie September nach München einladen. Der Boss hat sogar seine Hütte als Quartier
bereitgestellt. Die Morimotos nahmen seine Einladung dankend an und im September will Herr Morimoto im Geschäft
seinen Tee aufgiessen und natürlich das Oktoberfest besuchen. Das Oktoberfest kennt hier jeder als übersetzt Bierfest.
Wir freuen uns schon. Wir werden Sie rechtzeitig darüber Informieren, wann die Morimotos im September zu uns
kommen.  Es wird ein kleiner Event am Abend werden. Oder Sie melden sich in unserem Newsletter an und dann
bekommen Sie automatisch Bescheid.

Jetzt müssen wir aber los. 16:05 Uhr geht unser Zug über Miyazaki nach Kokubu.



Nach gut dreiStunden sind wir in Kokubu. Vom Bahnhof zum Hotel sind es nur fünf Minuten, wir checken ein und
was jetzt kommt hat sogar den Weltenbummler Werner überrascht. Nach dem einchecken wollen wir noch was esssen
gehen. Das erste Lokal ist überfüllt. Wir gehen weiter und in einer kleineren Seitenstrasse sehen wir eins das wir nett
finden. Wir gehen hinein. Der Raum hat vielleicht 20 qm, 3 Tische und eine Bar. Im Lokal waren 2 Gäste und der Wirt.
Die erste Frage: 'Seit ihr Amerikaner?'. 'Nein, Deutsche', nächste Frage: 'Ihr arbeitet doch bei Kyocera', (anscheinend
gibt es hier ein Werk). Wir: 'Nein, wir sind unterwegs, um mehr über Tee zu lernen'. Das öffnete natürlich die Herzen
der Menschen und das ist das schöne an so einer Reise. Man kommt in Teile des Landes die kaum ein ausländischer
Tourist betritt und lernt die Leute kennen. Einer der Beiden betreibt Kyudo (Bogenschiessen) und ist gleich los seinen
Bogen zu holen, die Frau des Wirtes hat uns kostenlos eine einheimische Spezialität zubereitet, die wir nicht bestellt
hatten. Wir haben zusammen getrunken und gelacht. Sie sangen anfangs für uns, später mit uns japanische Lieder
und ein bisschen peinlich war, dass wir kein deutsches Lied zusammen singen konnten. Zum Glück kannten ich und
Liane 'Eisgekühlter Bommerlunder' das wir zum Besten gaben. Ich hoffe die Japaner klatschten nicht nur aus Höflichkeit.

Es 02:00 Uhr durch, morgen haben wir viel vor, für heute reichts.. ..ab ins Bett.
Gute Nacht ihr Frank Wiebach mit Anhang.




 

 

Japan Teereise - Sonntag 25.05.2014

Heute klingelt der Wecker um halb acht. Die Nacht war viel zu kurz. Aber es nützt nichts ich muss zum Frühstück,
denn wir wollen heute den Karakuni besteigen. Der Karakuni ist ein Vulkan von 1700m Höhe. Bis zur Bushaltestelle
sind es nur 5 Minuten vom Hotel. Es kommt ein alter Stadtbus.
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Wir steigen ein. Alle sind müde und eher ruhig. Es dauert nicht lange und wir verlassen die Stadt. Die Landschaft
um uns wird grün und der Fahrer hat sein tun den Turbodiesel an den Anstiegen bei Laune zu halten. Immer wieder
riecht es nach Schwefel. Der Geruch kommt von Thermalquellen neben der Straße.

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Um 11:00 Uhr erreichen wir das 'Ebino Plateau'. Jetzt sind wir auf 1080m also nur knapp 600 Höhenmeter bis zum Gipfel. Uns wurde ein leichter, kontinuierlicher Anstieg versprochen. In der Realität war es einfach nur steil und mit Felsen gespickt. Jeder absteigende Japaner grüßt uns freundlich mit 'Konnitschi-wa', wir erwidern natürlich. Dieses Wort und seine Bedeutung dürften jetzt für immer in meinem Gedächtnis gespeichert sein, denn es war Sonntag und es waren viele unterwegs. Wie oft wir dieses Grußwort gesagt haben, geschätzt unendliche Male......  
Beim Abstieg gehen wir über den Mount Onaminoike um den Kratersee zu sehen. Man kommt sich vor wie im Dschungel. 

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Nach 5 Stunden erreichen wir endlich erschöpft die Bushaltestelle auf unserem Rückweg kommen wir in Kirishima vorbei und besuchen das Geschäft des Keramikmeisters Narieda Shinichiro, von dem wir einige Schalen im Laden anbieten. Seine Arbeit ist für mich mehr Kunst als Handwerk.
Natürlich hat die Handarbeit seinen Preis, aber auf Grund des günstigen Wechselkurses hat Liane gleich zugeschlagen.

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Zum Tagesabschluss werden wir noch vom Meister Narieda zum Essen eingeladen und danach von ihm zum Hotel zurückgefahren.

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Wir machen für heute Feierabend um uns von unserer Tour zu erholen. Uns tut alles weh und wir erwarten morgen
einen fürchterlichen Muskelkater.
Gute Nacht Teefreunde es ist schon wieder nach Mitternacht geworden, ihr Frank Wiebach mit Liane Regner und Werner Merten.




 

Japan Teereise - Montag 26.05.2014

Heute können wir länger schlafen. In der Nacht musste ich das Fenster schließen, da ich vom starken Regen geweckt wurde. Zum Glück ist der erwartete Muskelkater ausgeblieben. Nach dem Frühstück brechen wir gegen 10:00 Uhr zum Bahnhof auf. Wir besuchen den Teegarten 'Sakura No'. Wir fahren 40 Minuten mit einem Bummelzug bis Kagoshima-Chuo haben 15 Minuten zum Umsteigen und dann noch 30 Minuten mit dem Shinkansen bis in die Region Kumamoto. Am Bahnhof wartet schon Familie Matsumoto von Sakura No
(Wir haben einige Tees von dieser Familie im Sortiment und diese gehören inzwischen zu unseren Highlights).
Er regnet stärker und wir fahren direkt zum ersten Feld. Von einer Hälfte kommt unser Shincha Moe her. Moe ist ein altes, kaum noch verwendetes Wort für das Sprießen junger Knospen. Der Shincha von Sakura-NO (J81) ist zwei Tage vor unserer Abreise im Geschäft eingetroffen. Die verwendete Strauchsorte ist Yabukita. Es gibt nur einen geringen Ertrag, da von Strauch so wenig abgeerntet (geringere Schnittiefe) wird dass das Sortieren entfällt und trotzdem keine sichtbaren Kukis im fertigen Tee zu sehen sind.
Er kann danach vom Feld nur noch Bancha ernten. Das macht den Tee etwas teurer, aber Qualität hat ihren Preis. Auf der anderen Hälfte wird Benifuki angebaut, der zu einem schwarzen Tee verarbeitet wird. Dieser Tee wächst ganz ohne Dünger.

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Viel Zeit bleibt nicht auf dem Feld da für das Mittagessen schon ein Platz in einem stylischen Restaurant reserviert wurde. Der Architekt der es designet hat, hat auch die Innenausstattung des "Tsubame" Shinkansen entworfen. Das Essen ist lecker (Buffet) und es ist toll mal nicht auf dem Boden zu sitzen.
Herr Matsumoto erzählt uns stolz beim Essen, dass ein Szenerestaurant in Osaka in
dem die High Society verkehrt, aus hunderten Houjichas seinen ausgewählt und auf die Karte gesetzt hat.

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Gestärkt brechen wir auf die restlichen Felder anzuschauen. Auf dem Weg zeigt uns Herr Matsumoto einen Wasserfall, der regional sehr bekannt ist und richtig verwunschen in einer kleinen Schlucht liegt.
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In diesem Teegarten liegen die Felder recht verstreut. Sie liegen in einem Umkreis von 10 km auf einer Höhe von 300m
bis 600m. Die höheren Lagen produzieren die hochwertigeren Tees. Die Pflanzen wachsen langsamer, damit sind Blätter und Knospen kleiner und es gibt weniger Kukis. Zum großen Teil sind die Felder bei Sakura No überhaupt nicht gedüngt, das bedeutet die Felder werden ganz der Natur überlassen. Man spricht vom sogenannten Naturanbau im japanischen "Shizen Saibai" genannt.
Dieser folgt strengeren Richtlinien wie Bioanbau. Es wird fast ausschließlich Zairai und Yabukita angebaut. 
Herr Matsumoto fährt etwa einen Monat vor der ersten Ernte einmal mit der Erntemaschine über die Reihen
um sie in Form zu schneiden. Erst danach wird geerntet. So kann er die Maschine genauer einstellen und hat somit eine
höhere Qualität aber auch einen geringeren Ertrag.
Das höchstgelegene Feld (ca. 600m Höhe).

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Im Vordergrund zurückgeschnittene Teebüsche die dadurch verjüngt werden.

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Links ein verwilderter Teegarten. Der Besitzer musste ihn auf gesundheitlichen Gründen aufgeben. Herr Matsumoto wollte ihn nicht dazukaufen, weil er auf einen Teegarten in den Bergen gewartet hat.

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Obere Teefelder (ca. 600m Höhe) - im Vordergurnd Herrr Matsumoto.
Wegen der hohen Nachfrage nach dem Sakura No Sencha hat er vor vier Jahren dieses Feld in den Bergen
auf 600 m dazu gekauft.

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Neues Teefeld (über 500m Höhe)

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Durch den Regen sind unsere Schuhe richtig nass geworden, inzwischen hat es aber aufgehört und sogar die Sonne schaut durch die Wolken immer mehr durch. Jetzt geht es zu den Matsumotos nach Hause.
Wir wurden in einem 100 Jahre alten Haus empfangen. Man kommt sich vor wie in einem japanischen Samurai Film.
Das ist ein unbeschreibliches Erlebnis und wer erlebt sowas schon mal, aus Tourist sicher nicht, denn dieses Haus ist Original von den Vorfahren noch.
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Herr Matsumoto giesst Tees auf und erzählt dabei einiges über die Geschichte von Sakura No.

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Der Teegarten wurde 1927 gegründet und wird jetzt in der 4. Generation betrieben. Ab 1931 durfte die Familie
den Tee für die Kaiserfamilie liefern. Das ist eine große Ehre und der Erlass des Kaisers (Tenno) hängt noch heute
im Wohnzimmer.

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Originalfoto von 1931 auf dem die Produktion des Kaisertees gezeigt wird.

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Bei der Verkostung fällt uns 'Houjicha' auf, von dem Herr Matsumoto beim Essen berichtete. Er hebt sich besonders
von den anderen Houjichas durch seine ausgeprägte Süße ab, weicher Charakter, zarte Röstnuancen, .. wir waren
begeistert! Er hat überhaupt nicht die Strenge von anderen Houjichas. Ein absolutes Highlight von dem nur wenige
Kilo pro Jahr produziert werden. Für diesen Tee bringt er das Blattgut zum Rösten extra nach Kagoshima, denn nur
dort gibt es eine spezielle Houjicha-Maschine, die extrem teuer ist. Das besondere an der Maschine sind speziell
beheizte Keramikplatten auf denen der Tee zu einer 5 Meter langen Röhre transportiert wird bei dessen Durchlauf
der Tee bei 200 Grad geröstet wird. Der Vorgang wird wiederholt, dadurch ist der Koffeingehalt extrem gering.
Für dieses Jahr ist die produzierte Menge fast schon vollständig verkauft. Umso mehr sind wir begeistert, dass 
wir von diesem köstlichen Tee, Aufgrund des guten Kontakts zu den Matsumotos noch 5 kg erhalten können.
Somit sind wir auf dem europäischen Festland die Einzigen die diesen seltenen Tee anbieten können.
Er wird diese Woche noch verschifft, so dass wir ihnen den Tee in ca. 2 Monaten exklusiv anbieten können!
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Auf der Rückfahrt sind wir, wie der Zufall es will, in den "Tsubame" Shinkansen eingestiegen. Das war der
Shinkansen den der Architekt des Restaurants vom Mittagessen designt hat.

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Gute Nacht liebe Teefreunde.
Ihr Frank Wiebach mit Liane Regner und Werner Merten





 

 

Japan Teereise - Dienstag 27.05.2014

Heute verlassen wir Kyushu. 09:47 Uhr geht unser Zug von Kokubu bis Kirishima. Von da aus mit dem Shinkansen und einem Zwischenstopp in Osaka nach Kyoto. Es liegen gut 1000 km vor uns für die wir sechseinhalb Stunden brauchen werden. Die Zeit nutzen wir um unser Schlafdefizit auszugleichen.
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Ich werde Kyushu in guter Erinnerung behalten. Besonders beeindruckend fand ich die grandiose Natur und die
netten Leute, die sich 3 Mal bedanken dass Deutsche ihr Land besuchen. Vermissen werde ich dass man hier ein
Exot ist, und sich Leute auf der Straße umdrehen, weil es nicht die Regel ist ausländische Touristen zu sehen. Ich
habe im Reiseführer gelesen, dass Kyoto jedes Jahr von 30 Mio. Touristen heimgesucht wird, da wird das nicht mehr
so sein. Ich befürchte, dass es in Kyoto wie in München ist, wo man auf dem Marienplatz vor Touristen nicht mehr
treten kann. Dennoch freue ich mich auf die Sehenswürdigkeiten, Tempel und vor allem auf die Teegeschäfte.

Kyoto war von 794 bis 1869 Sitz des kaiserlichen Hofes von Japan und ist heute der Verwaltungssitz der Präfektur
Kyoto. Heute hat Kyoto ca. 1,5 Mio. Einwohner und gehört mit den 13 buddhistischen Tempeln und weiteren
Kulturstätten zum UNESCO Weltkulturerbe. Halb 4 betreten wir den Bahnsteig in Kyoto. Auf dem Bahnsteig sind schon
mehr Touristen als ich die gesamte vorherige Woche gesehen hab. Wir bringen schnell unsere Koffer ins Hotel, das
direkt am Bahnhof ist und machen uns gleich auf dem Weg zum Toji-Tempel. Dort steht mit 56m die höchste Pagode
Japans. Die jetzige Version wurde 1644 wiederaufgebaut nachdem sie mehrfach den Flammen zum Opfer fiel.
Die Anlage wurde 794 zum Schutz der Stadt errichtet und wurde 823 vom Kaiser dem Mönch Kukai geschenkt der
dort die buddhistische Shingon-Schule gründete. 

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Auf dem Rückweg hat uns dieses Viertel gefallen. Es war so authentisch.

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Und unser erstes Teegeschäft in Japan. Leider hatte es geschlossen.

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Anschliessend waren wir noch im Bahnhof Tonkazu essen.

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Das 1997 fertiggestellte Gebäude ist ein architektonisches Meisterwerk. Ich denke die Bilder sprechen für sich. Die Mittelhalle liegt zwischen zwei keilförmigen Gebäuden. Diese sollen Berge darstellen. Der Anblick ist überwältigend und sogar die Treppenstufen werden zum Entertainment genutzt. Es finden Lichtspiele statt.

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Es ist 2 Uhr Nachts. Gute Nacht Teefreunde, ihr Frank Wiebach mit Liane Regner und Werner Merten.




 

 

Japan Teereise - Mittwoch 28.05.2014

Heute ist im Gegensatz zu gestern wieder strahlender Sonnenschein, auf dem Programm steht die Teestadt Uji. Da Uji
und Nara nicht weit von einander entfernt sind und Nara ein muss für jeden Kyotobesucher ist beschliessen wir spontan
vorher Nara zu besuchen. Im Hotel haben wir kein Früstück gebucht, also gibt es süßes Frühstück im Bahnhof.

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Nara war vor Kyoto Kaiserhauptstadt, bevor der Priester Dokyo eine Kaiserin verführte und fast den Thron an sich
gerissen hätte. Die Nara-Ära dauerte von 710 bis 794, wobei bei der Zeitangabe verschiedene Quellen unterschiedliche
Jahreszahlen angeben. Heute ist Nara eine Stadt mit 370.000 Einwohnern. Die fünfstöckige Pagode ist das Wahrzeichen
Naras und eines der 12 Gebäude die von den ursprünglich 150 des Kofuku-Tempel übrig geblieben sind.

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Den Stadtpark von Nara durchstreifen rund 1200 Rehe und Hirsche. Sie galten als Abgesannte des Himmels und
sie durften unter Androhung der Todesstrafe nicht gejagt werden. Heute sind sie handzahm, betteln um Futter,
das an jeder Ecke verkauft wird und sie gelten heute als Nationalschatz.

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Das Highlight Naras ist die Haupthalle des Todaj-Ji. Sie ist das grösste Holzbauwerk der Welt und beherbergt den großen Buddah, die grösste Buddahdarstellung von Japan. Seine rechte Hand verheisst Frieden und seine linke die Erfüllung der Wünsche. Die Ausmaße sind überwältigend, kaum zu glauben das die Halle ursprünglich noch ein Drittel Grösser war.

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Hier zum Grössenvergleich die Hand der Buddahstatue.

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Auf der Rückseite des Buddahs befindet sich in einer Säule eine Öffnung. Wer durchkommt findet angeblich
Erleuchtung. Von uns hat es keiner geschafft. Für Kinder ist es eine Leichtigkeit und sie haben sichbar Spaß.

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Von Nara brauchen wir 50 Minuten bis Uji. Uji hat 190.000 Einwohner und hier wird seit dem 12. Jahrhundert Tee
produziert. Wir finden eine Strasse in der ein Teegeschäft neben dem anderen ist, dass ist eine super Gelegengheit
der Japanischen 'Konkurenz' über die Schulter zu schauen.

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Hier sind die Steinmühlen zur Matchaproduktion zu sehen.

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Dieses Geschäft wird in der 16. Generation bertrieben und lieferte früher den Matcha für den Kaiser. Das Geschäft
kauft von den Teebauern Aracha (Rohtee) ein, führt selbst die Sortierung und finale Eritzung durch und
verarbeitet der Tee dann zu Tencha. Dieser wird dann ein halbes Jahr gelagert und im Geschäft in drei Steinmühlen
gemahlen. Nach eigenen Angaben kommen sie mit der Produktion kaum nach, da Matcha zur Zeit auch in Japan boomt. Wir haben uns die höchste Qualität gekauft. Ein Schnäppchen war es nicht gerade, mal schauen ob er wirklich so gut ist.

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Da es rund um Uji keine grossen Flächen für Teefelder gibt, wird hier eher Matcha und Gyokuro produziert.
Besonders im Bereich des Matchas hat sich Uji Weltweit einen Namen gemacht und er wird vielseitig verwendet.

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Natürlich auch für Matcha-Eis. Werner und ich hatten heute drei, Liane hat nur zwei geschafft.

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Abendessen gab es mal wieder im Bahnhof. Wir finden es dort halt einfach schön. Bei der Bestellung orientieren wir
uns nur an Bildern in der Karte. Dieses Mal gab es etwas gedämpftes. Auf einer Induktionsplatte steht ein Topf mit
Wasser, der wird von einem Blech mit einem Loch in der Mitte abgedeckt und darauf steht ein Holzkasten mit einer
Bambusmatte als Boden. 2 Mal 3 Minuten Garzeit. Ist schon eine spannende Sache und hat super geschmeckt.

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2 Mal 3 Minuten können ganz schön lang sein.

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Es ist schon wieder 2 Uhr Nacht. Gute Nacht liebe Teefreunde....
Ihr Frank Wiebach, Liane Regner und Werner Merten.




 

Japan Teereise - Donnerstag 29.05.2014

Heute ist mal wieder strahlender Sonnenschein. Als erstes wollen wir den Kinkaku besser als goldener Tempel bekannt besuchen. Wir fahren mit einem überfüllten Bus bis zum Tempel und treffen dort auf riesige Menschenmassen. Der goldene Tempel wurde 1397 gebaut und ist 1950 einer Brandstiftung zum Opfer gefallen und wieder rekonstruiert worden. Als Kyotobesucher sollte man hierfür auf jeden Fall Zeit einplanen.

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In der Tempelanlage kann man in einem ruhigen Garten eine Pause machen und dabei einen Matcha geniessen.

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Es ist eigentlich egal, wann man den Tempel besucht. Man ist nie allein.

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Danach machen wir uns auf den Weg in das älteste Teehaus Kyotos "Ippodo". Es liegt in einem Künstlerviertel nahe
des alten Kaiserpalastes. Man kann Tee kaufen und auch bleiben um einen Tee trinken. Dabei wird einem detailiert
beschrieben und gezeigt wie man ihn zubereitet. Werner hatte einen Shincha, Liane einen Sencha und ich einen Koicha und danach einen Genmaicha. Der Sencha und Shincha werden mit 80 Grad aufgegossen dabei ist die Ziehzeit für den ersten Aufguß beim Sencha 45 Sekunden und beim Shincha 30 Sekunden. Es werden für eine 100 ml Schale 10g Tee genommen. Wir werden darauf hingewiesen dass der Tee durch schwenken des Kännchen bitter wird. Jeder weitere Aufguss wird nur durchgegossen. Mein Koicha (dicker Matcha) wurde von der Bedienung zubereitet. Nachdem ich drei mal genippt hatte wurde Wasser nachgegossen und ein Usucha (dünner Matcha) daraus zubereitet. Davor gab es eine Süssigkeit. Die Tees waren alle samt lecker. Ein Besuch ist sehr empfehlenswert.
Die Adresse ist Teramachi-dori Nijo, Nakagyo-ku, Kyoto 604-0915.

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Anschliessend sind wir in eine Mall. Diese war so riesig, dass man eher von einem Shoppingviertel reden kann.
Auf dem Weg kommen wir immer wieder an kleineren Schreinen vorbei, eine Idylle mitten im Trubel. Kurz vor
der Mall treffen wir auf ein sehr stylisches Teegeschäft.

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In der Mall gibt es keine grossen Ketten nur kleine Lädchen und das auf einer riesigen Fläche.
Natürlich auch jede Menge Teegeschäfte.

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Zur Stärkung gingen wir in ein uriges Restaurant in dem wir die einzigsten Europäer waren. Es war sehr lecker.

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Als Nachspeise gibt es natürlich wieder 'Matchaeis'!.

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Nach unzähligen km langen Fussmarsch brennen uns die Füsse. Raten sie mal wer noch die Schuhe an hatte?

 

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Zum Abendbrot gab es mal wieder im Bahnhof einen Burger aus Koberind.

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Gute Nacht liebe Teefreunde
Ihr Frank Wiebach, Liane Regner und Werner Merten.



 

Japan Teereise - Freitag 30.05.2014

Heute treffen wir endlich wieder Teebauern und obendrein können wir auch noch ausschlafen. Also ein guter Tag. Es geht in die Präfektur Mie zu dem mit 13 ha grössten Familienbetrieb, von dem wir Tee haben. Um 11 Uhr geht es von Kyoto nach Nagoya. Hier treffen wir die Marimo Jungs. Da kene Zeit für ein Mittagessen war gab es für jeden eine  Bento-Box, das ist lecker und bei Reisenden in Japan sehr beliebt.

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Zusammen geht es dann wieder südöstlich nach Matsusaka. Dort angekommen werden wir am Bahnhof von Herrn
Iwao Hayashi Empfangen. Es ist schon 14 Uhr, teatime, wir fahren in die Teefabrik zu einer Verkostung.
Zur Einstimmung gibt es einen Mizudashi. Danach den Mie Tokouyo, Shincha von zwei verschiedenen Erntetagen,
zwei Houijchas verschiedener Qualitäten, den Kukicha Karriane, den Marimo Sencha und sehr interessant war ein
Genmaicha zu Pulver gemahlen und mit Matcha gemischt. Den Marimo Sencha, Kukicha Karigane und den Mie Tokouyo
gibt es bei uns im Geschäft. Im Gespräch sind wir auf die Idee gekommen gesüssten Matcha selbst herzustellen.
Wenn wir zurück in München sind werden wir am Rezept feilen.

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Danach können wir die Produktion sehen, sie ist die modernste die wir auf dieser Reise gesehen haben.

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Ein Teil der Teefelder ist direkt an der Fabrik. Zwischen den Häusern wird in dieser Region jeder Quadratmeter genutzt.

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Anschliessend besuchten wir verschiede Teefelder. Hier wird versuchsweise eine Neuzüchtung angebaut. Sie wurde
Yamarin genannt. Die Blätter sind kräftiger und näher zusammen, damit ist der Stielanteil geringer. Wir beobachten
wie sich die Sorte entwickelt.

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Einige Felder sind eingezäunt um sie vor Rehen zu schützen. Sie mögen besonders die jungen Triebe.

 

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Zum Abschied gibt es noch ein Abschiedsbild mit der Familie Hayashi. Leider waren die Frauen noch beim Unkraut zupfen.

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Herr Hayashi hat uns dann zum Bahnhof gebracht, wir haben uns herzlich verabschiedet und waren dann 24 Uhr im Hotel in Kyoto.

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Gurte Nacht liebe Teefreunde!
Ihr Frank Wiebach, mit Liane Regner und Werner Merten.



 

 Japan Teereise - Samstag 31.05.2014

Wir haben echt Glück mit dem Wetter es ist schon wieder strahlender Sonnenschein. Heute wollen wir nach Osaka um
Teegeschäfte zu suchen und Informationen sowie Anregungen zu sammeln. Osaka ist die drittgrößte Stadt Japans. Sie hat
2,6 Mio Einwohner und ist ein wichtiges Handelszentrum. Die Architektur ist futuristisch und die Skyline erinnert an New York.



In Osaka wird Shopping groß geschrieben. Wir kommen um 10 Uhr in Shin-Osaka an und fahren mit der U-Bahn
in den Süden bis zur Namba Station und laufen zum Hauptbahnhof. Das ist eigentlich nur ein Weg von 5 km, aber
das ganze Gebiet besteht aus einem Wirrwarr von Gassen in denen ein Geschäft nach dem anderem ist. Die Strassen
sind mit Menschenmassen gefüllt und für einen Europäer sehr laut. Wir schlendern über 6 Stunden durch die Gassen.

Zwischen den bunten Geschäften, vor denen lautstark geworben wird, finden wir doch einige Teegeschäfte.
Leider ist in den meisten das Fotografieren untersagt, so dass wir nur sehr wenige Bider hiervon haben.

Wenn man den Service und die Präsentation in Japan sieht merkt man, dass Deutschland in der Beziehung noch
ein Entwicklungsland ist. In Deutschland ist das Angebot an Genmaicha eher rar. Hier gibt es in einem Geschäft
gleich drei verschiedene Sorten.


'Nishiki'


'Sagano'


'Kasumi'


Für das Mittagessen finden wir einen tollen Laden. Die Nudeln werden frisch vor dem Auge des Kunden gemacht.
Das Essen ist günstig und total lecker. Das Lokal liegt auf dem Weg von Namba Station zur Osaka Station auf Höhe
der U-Bahnstation Shinsaibashi-Suji in der überdachten Mall.



Wir sind mal wieder so viel gelaufen, dass Liane die Socken qualmen. Da kommt ihr die Abkühlung ganz gelegen.


Es ist heute mal 'nur' halb zwei Uhr (Nachts) geworden. Gute Nacht liebe Teefreunde!
Ihr Frank Wiebach, mit Liane Regner und Werner Merten.

PS: Natürlich probierten wir wieder alles Mögliche mit Matcha.


 

 

Japan Teereise - Sonntag 01.06.2014

Heute ist Sonntag. In München ist vor 20 Jahren kaum ein Mensch in Tracht zum Oktoberfest gegangen, heute geht fast jeder in Tracht. In Japen gibt es einen ähnlichen Trend zur Tradition, der hier erst in den letzten Jahren aufgekommen ist. Sonntag geht Frau im Kimino flanieren.



Aber vorher die Arbeit. Heute findet in Kyoto das alljährliche Teefestival statt. Bauern und Händler präsentieren
ihre Waren, man kann probieren, einkaufen und sich austauschen. Nach einer einstündigen Irrfahrt mit dem Bus
durch Kyoto treffen wir erst 11 Uhr dort ein. Es sind 38 Grad, praller Sonnenschein und es geht kein Lüftchen. Bei
unserem Eintreffen beginnt gerade eine Teezeremonie, gerade für mich interessant, da ich noch nie eine miterlebt habe.



Selbst aus Taiwan ist ein Händler angereist um seinen Tee anzupreisen.



Hier werden nach dem Kaltaufgiessen die Teeblätter mit Sojasauce gegessen.



Natürlich probieren auch wir jede Menge Tees.



Sehr gefreut hat uns, dass wir die netten Arbeiterinnen, die wir am 22.05.2014 in den Bergen von Kyushu getroffen
hatten hier wiedersehen.



Die Hitze und die gelaufenen Kilometer auf dem Teefest können einen schon fertig machen aber nach einer kleinen
Pause und einem Matchaeis kann es weitergehen.



Wir wollen jetzt zum Kiyomizu-dera, das ist das berühmteste Gebetshaus der alten Kaiserstadt. Auf dem Weg
besuchen wir den Kodai Ji Tempel und haben das ausgesprochene Glück eine Shinto Hochzeit sehen zu dürfen.

Hier steht auch dieses alte, tolle Teehaus.


Wir gehen weiter und unser Weg führt uns durch ein Künstlerviertel. Hier herrscht das Flair das Kyoto vor 100
Jahren  besass. Es gibt ausschliesslich die alten japanischen Häuser, enge Gassen und viele kleine Geschäfte.
Es werden vor allem Souviniers, Kitsch und Leckereien angeboten doch ab und zu richtig tolle Töpferwaren. Ich
habe mir eine handgemachte Matchaschale zu einem unschlagbaren Preis gekauft.



Immer wieder sieht man die Geishas durch die Gassen flanieren. Sie laufen sehr langsam, anmutig und tragen ihre
Kimonos sichtlich mit Stolz. Sie posieren auch sehr gern für ein Foto.



Immer wieder müssen wir unsere Baterien mit Matcha in allen möglichen Formen aufladen. Hier gekühlt in Flaschen
gesüsst und ungesüsst. Der Werner kann einfach nicht genug kriegen, hat das Matchaeis noch in der Hand und kauft
schon den nächsten Energieschub.



Die Tempelanlage gibt es ca. seid 798. Von der aus dem Jahr 1633 stammende Haupthalle, die auf hunderten
Holfpfeilern steht und ein Wahrzeichen Japans ist, hat man einen tollen Blick auf Kyoto. In der Halle war es auch
ohne Klimaanlage troz der Hitze erstaunlich kühl.

Das ist Werners drittes Matchaeis....



Unter der Haupthalle entspringt eine Quelle. Dieser Quelle verdankt die Anlage auch den Namen "Tempelkloster
des klaren Wassers". Dem Wasser werden heilende Kräfte nachgesagt. Es soll Gesundheit, ein langes Leben und
Erfolg bringen, da nehmen ich doch einen Schluck mehr.


Zum Abschluss des Tages geniesst dann Werner noch sein 4. Matchaeis.


Den heutigen Blog-Bericht beende ich mit dem japanischen Sprichwort:
'Hyaku go yori isshō'. - 'Ein lächeln ist 100 Worte wert'.


Es ist jetzt halb 2 Uhr, wir müssen noch packen, denn morgen geht es zurück ins schöne Bayern.
Gute Nacht liebe Teefreunde!
Ihr Frank Wiebach, mit Liane Regner und Werner Merten.


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