Dieser Blog beginnt nicht wie üblich in Deutschland sondern in Japan. Ich bin einen Tag später als Werner abgereist und habe diesen genutzt um mir die Gedenkstätte und das Memorial Peace Museum in Hiroshima anzuschauen. Ich wurde im Vorfeld schon gewarnt, dass die nackte Wahrheit gezeigt wird und das stimmt auch. Man verlässt das Museum wirklich mit einem Kloß im Hals. Aber es geht ja in diesem Blog um Taiwan und Oolongtee. Also heute war ein Reisetag. Ich habe rund 2200 Km zurückgelegt. Erst 400 Km mit dem Zug von Hiroshima bis zum Kansai Airport bei Osaka. Dann 1600 Km mit China Airline von Osaka nach Taipeh. Auf dem Flug war ich der einzigste Europäer, anscheinend fliegen die nicht so oft von Osaka nach Taipeh.
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Nachdem die Maschine mit einer Stunde Verspätung gestartet ist und über Taipeh noch eine halbe Stunde lang Kreise gedreht hat war ich mit fast 2 Stunden Verspätung am Boden. Da angekommen bemerkte ich dass Taipeh zwei Flughäfen hat Taiwan Taoyuan und Taipeh Songshan. Ich damit gerechnet fast in der City zu landen und mir die U-Bahnverbindung schon herausgesucht und jetzt war ich irgendwo im nirgendwo. Auch wenn Google mit Sicherheit weiß was ich morgens für eine Unterhose anziehe und ich dieses Datensammel ablehne, in solchen Situationen ist Maps wirklich toll.

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Gut zwei Stunden später war ich dann im Hotel. Interessant war dass die Vorkasse verlangten. Das habe ich noch nie erlebt. Aber egal, auf dem Hotelzimmer habe ich mich nur schnell umgezogen und bin dann zum Linjiang Street Night Market gegangen. Wahnsinn wie eng und voll die Gassen sind. Von allen Seiten kommen leckere und teils gewöhnungsbedürftige Gerüche.
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Anschließend schlendere ich noch durch die City und es ist nicht zu übersehen dass es hier verdammt viele Motorroller gibt.
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Immer wieder sieht man das Taipeh 101. Das steht aber morgen auf dem Plan.
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Bis Mitternacht bin ich noch in dieser Bar geblieben und habe bei einem Snack und ein paar Bier den Tag ausklingen lassen.
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Jetzt ist es schon wieder 2 Uhr, morgen habe ich viel vor…. Gute Nacht Frank Wiebach

 

 

Heute habe ich lange geschlafen. Ich bin erst gegen 11 Uhr zum Taipeh 101 aufgebrochen. Als ich das Hotel verlassen habe, habe ich auf der Hacke kehrt gemacht da ich nicht mit 31 Grad gerechnet hatte. Es sind nur 10 Minuten mit dem Bus und dann noch 5 Minuten zu Fuß. Je näher man dem Gebäude kommt umso beeindruckender wird es.
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Die Aussichtsplattform erreicht man aber nicht wenn man in den Tower direkt geht. Die Lifte zur Plattform erreicht man von der Shopping Mall die östlich vom Tower ist. Man kann von dem Untergeschoss B1 und dem 5. Stockwerk zur Aussichtsplattform fahren. Das 5. Stockwerk ist zu empfehlen wenn man nicht 2 Stunden in einer Schlange verbringen möchte. Der Aufzug erreicht bei hochfahren 60 Kmh. Leider hatte man heute keine gute Fernsicht, aber immerhin einen guten Überblick über die Stadt.

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Unten angekommen schlendere ich noch ein wenig durch die Mall und das Praktische am 101 ist es gibt freies WLAN. Menglin schreibt mir dass sie Ihren Teemeister Atong trifft und ob ich mitkommen wolle. Menglin ist gebürtige Taiwanesin und ihre Familie lebt seid 7 Generationen in Taipeh. Sie selbst für ein Geschäft in Zürich und befindet sich seid 10 Jahren in einer Ausbildung zum Teemeister. Ich sage natürlich zu und wir machen uns einen Treffpunkt den ich leicht mit der U-Bahn erreichen kann aus. Nach einer kurzen Wartezeit kommt sie und wir fahren zu Atong. Auf der Fahrt erklärt mir Menglin, dass Verkehrsregeln hier allenfalls als Empfehlung gelten, so wie die Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen in Deutschland. Ich möchte hier nicht Autofahren. Bei Atong gekommen probieren wir von verschiedenen Tees mehrere Aufgüsse. Mir wird erklärt dass die Finalisierung (das anschließende Rösten des Oolongs) mehr Kunst ist als Handwerk und Atong Leute hat die bestimmte Tees für ihn suchen mit denen er das erwünschte Ergebnis erzählen kann. Hochwertige Oolongs zeichnen mehrere Geschmackskurven aus, die in den verschiedenen Aufgüssen heraus zu schmecken sind. Die erste ist das Vollmundige was bei uns auch als brotig bezeichnet wird. Danach folgt das Fruchtige und anschließend das Blumige. Es ist verblüffend, das ein Tee der nicht aromatisiert ist nach Aprikose schmecken kann. Es gab einen Alishan der 10 Jahre gelagert ist der Marzipannoten hatte.
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Anschließend sind wir einen Kaffe trinken gegangen und Menglin erklärt mit dass Taiwan eine tief verwurzelte Kaffeekultur hat. Der Kaffee wird hier nachdem man die Röstung ausgewählt hat direkt am Tisch mit einem Filteraufsatz aufgegossen und das zu kurz geratene Weißweinglas ist der Riechbecher. Das ist wohl der Beste Kaffee meines Lebens.
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Jetzt sind wir noch in eine Mall um eine Kleinigkeit zu Essen und Menglin erzählt mit viel über die taiwanesische Kultur und die Unterschiede zu unserer.
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Den Abend lasse ich im bleichen Lokal wie gestern ausklingen….Gute Nacht… Frank Wiebach

 

Heute ist checke ich im San Want Hotel aus und habe noch Zeit bis ich ins Forward Hotel Nangang einchecken kann. Ich lasse mein Gepäck an der Rezeption und fahre mit der U-Bahn in ein Viertel wo es laut Menglin tolle Teegeschäfte gibt. Das Viertel liegt östlich des Daan Forest Parks. Es ist schwül- warm bei 33 Grad. Obwohl es Sonntag ist und sind die Geschäfte geöffnet und die Strassen mit Menschen gefüllt.
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Zum Forward Hotel brauch ich 40 Minuten. Ich bringe schnell die Koffer aus Zimmer und das gehen wir zum gemeinsamen Kennenlernen essen. Es gibt Pekingente.
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Zurück im Hotel trinken wir noch vor einem seven-eleven ein Bier und begleiten ein paar Nachzügler die jetzt erst aus Hongkong eingetroffen sind zum Essen.
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Morgen fahren wir nach Alishan…Gute Nacht…Frank Wiebach

 

Heute steht die Fahrt nach Alishan an. Alishan, auch bekannt als Heimat- Berg und ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Einerseits spirituell motiviert, da hier das Chi besonders günstig sein soll und sicher auch wegen der traumhaften Natur.  Mit dem Bus wird die Fahrt mindestens 7 Stunden in Anspruch nehmen. Unser Reisegepäck lassen wir im Hotel und reisen nur mit Handgepäck. 9 Uhr geht es los.
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Nach 3 Stunden Autobahn machen wir halten wir um Mittag zu essen. Unsere Reiseführerin Menglin sucht für uns ein spezielles Restaurant aus. Hier gibt es Speisen die für die Region typisch sind und in Taipeh kaum zu bekommen sind. Das Essen ist gewöhnungsbedürftig aber einfach lecker.
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Als wir losfahren sehe ich das erste Richtungsschild.
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Wir sind erst kurz von Sonnenuntergang im Hotel. Die letzten Sonnenstrahlen nutzen wir für einen Spaziergang in der Umgebung des Hotels.
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Wir essen noch Abendbrot und gehen früh schlafen, da wir morgen viel vorhaben.
Gute Nacht…………..Frank Wiebach

 

Heute wird ein langer Tag. Einige unserer Gruppe, unter anderen ich stehen 2:30 Uhr auf um den Sonnenaufgang auf einer Aussichtsplattform höher am Berg mitzuerleben. Ein Stück vom Hotel entfernt ist ein Bahnhof von dem eine Schmalspurbahn uns ein Stück den Berg hinaufbringt. Dann müssen wir noch ein Stück laufen. An der Aussichtsplattform angekommen ziehen kurz vor Sonnenaufgang Wolken auf und um 5:39 Uhr sehen wir nichts. Beim Abstieg werden wir dann auf der halben Strecke von Regen überrascht und haben Glück im Unglück. Ein paar Taiwanesen nehmen uns in einem total überbesetzten Taxi zum Hotel zurück.
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Zurück im Hotel befürchteten wir schon die für heute angesetzte Teeproduktion fällt wortwörtlich ins Wasser. Doch Atong hatte für diesen Fall vorgesorgt und sicherheitshalber am Vortag Blätter ernten lassen und diese über Nacht kühl gelagert. Wir starten 9 Uhr mit dem Bus und kommen gegen 13 Uhr bei der Fabrik eines befreundeten Bauers an. Bei unserer Ankunft sind die Teeblätter haben die Teeblätter schon 4 Stunden zum Welken gelegen. Wäre es sonnig gewesen hätte Atong sie nur eine halbe Stunde welken lassen. Wie lange das Welken dauert wird von ist von Sonne, Wind und Luftfeuchtigkeit abhängig. Die Blätter verlieren dabei 5 bis 10% Wassergehalt und die Blätter verlieren ihren Glanz. Jetzt werden die vorher ausgebreiteten Blätter auf großen Bambustellern in Metallgestelle geschoben um wieder Feuchtigkeit zu verlieren.
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In den Körben ruhen die Blätter und verlieren weiter Feuchtigkeit. Dabei ist immer das Wetter im Auge zu behalten damit man auf Veränderungen reagieren kann. Jetzt müssen die Teeblätter 2 Stunden Ruhen. Das heißt Teetrinken und Abwarten.
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Nach 2 Stunden hat sich hat sich in der gesamten Fabrikhalle ein blumiger Geruch verbreitet. Das Volumen der Blätter hat sich sichtbar verringert. Atong meinte man solle sie so wenden, wie man ein schlafendes Baby auf die andere Seite drehen würde. Nach dem Wenden haben die Blätter den blumigen Duft verloren und gegen einen grasigen getauscht. Beim Ruhen zieht sich das Wasser in den Stängel zurück und durch das Wenden geht es wieder zurück in das Blatt und ist somit besser verteilt. Danach müssen die Blätter wieder für 2 Stunden ruhen.
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Wir haben die Zeit genutzt um etwas zu essen. Die Blätter von 3 Bamustellern werden auf zwei Teller verteilt und die Blätter wieder vorsichtig gewendet. Nach abermals zwei Stunden Ruhen werden die Blätter 20 Minuten in einer Bambustrommel gedreht. Dabei werden die Kapillargefäße im Blatt zerstört und das Wasser kann sich besser verteilen. In einer Trommel sind ca. 5 Kg Blätter. Danach werden die Blätter wieder gleichmäßig auf die Bambusteller verteilt und für die Nacht zum Ruhen gestellt. Aufgrund der niedrigen Temperatur werden die Ständer mit Stoff umwickelt.
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Es ist 23 Uhr ich bin seid über 20 Stunden auf den Beinen….Gute Nacht….Frank Wiebach

 

Wir stehen 7 Uhr auf. Heute hätte es sich mehr gelohnt den Sonnenaufgang zu beobachten. Leider ist nur Zeit für einen Schnappschuss und Zähne putzen denn der Tee wartet auf uns.
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Die Blätter haben eingewickelt über Nacht geruht. Die Stofflagen wurden wegen der geringen Temperatur um die Gestelle gewickelt. Atong sagt man kann nicht gegen die Natur arbeiten und muss auf die Wetterbedingungen entsprechend reagieren. Es ist schon zu sehen wie sich Feuchtigkeit die, die Blätter verloren haben am Boden der Bambusteller abgesetzt hat.
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Die Blätter haben in der ganzen Halle einen blumigen Duft verbreitet. Atong prüft die Blätter und ist der Ansicht dass die Oxidation ausreichend fortgeschritten ist und nun gestoppt werden muss. Die Blätter werden in rotierenden Metalltrommeln ca. 5 Minuten bei 260 Grad erhitzt. Dadurch werden die Enzyme inaktiviert und natürlich verliert der Tee wieder Wasser.
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Jetzt werden die Teeblätter leicht geknetet. Das dauert 2 Minuten. Die Zellstruktur wird zerstört und die Zellsäfte treten aus. Das Kneten ist im Vergleich zum schwarzen Tee weit weniger stark.
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Hier ist ein schöner Vergleich von links nach rechts. Das frische Teeblatt, nach dem Welken, nach dem Kneten

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Anschließend kommen die Blätter in einen Etagentrockner. Der Trockner ist auf 60 Grad vorgeheizt und die Blätter durchlaufen ihn in 30 Minuten.
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Leider können wir nicht bleiben um zu sehen wie der Tee zu Kugeln geformt wird. Aber wenigstens haben wir die Maschinen gesehen.
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Wir haben für den Nachmittag einen Abstecher nach Ding Dong geplant. Die Fahrt dauert mit Mittagspause 3 Stunden. Als wir ankommen ist schönster Sonnenschein und wir machen einen Spaziergang durch das Dorf, das für seinen Tee Weltweit berühmt ist. Wir kommen auch an einem Feld vorbei, das von Zikaden befallen wurde Es ist nur ein leichter Befall aber man kann es an den gerollten Blättern erkennen. Die Pflanze reagiert auf die Insekten was dem Tee eine Süße verleiht. Er ist als Gui Fei bekannt und geschätzt.
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Die Varietät heißt Quingxin Damor. Die Sorte zeichnet sich dadurch aus, dass sie sehr gut damit klarkommt wenn man nur die jungen Triebe erntet um Oriental Beauty zu produzieren. Das ist eine Starke Belastung für die Pflanzen und deshalb gab es für diesen Tee früher nur eine Ernte im Jahr. Heute wird öfters geerntet was Atong nicht gut heißt. Das würde man für Oriental Beauty ernten.
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Das für Gui Fei.
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Von Ding Dong fahren wir noch gute 2 Stunden nach Norden um in einer Pension auf einem Bauernhof zu übernachten. Es war ein toller Tag mit vielen neuen Eindrücken. Gute Nacht…..Frank Wiebach

 

Heute besuchen wir eine Töpferei, wir brechen erst gegen 10 Uhr auf damit wir gegen Mittag in einem bestimmten Restaurant in San Yi essen können. Atong meint dort gibt es die besten Nudeln. Ich kann dazu nur sagen sie sind richtig gut. Das Beste war das sie ein Foto von Werner und Liane an der Wand hatten.
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Nach dem Essen fahren wir weiter in die Töpferei. Wir werden vom Chef empfangen und er macht mit uns einen Rundgang. Die Töpferei ist seid 2 Generationen in Familienbesitz und es werden nur Rohstoffe aus der Umgebung verwendet. Einige Maschinen sind über 50 Jahre in betrieb.
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Hier ist noch komplett Handarbeit.
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Es gibt einen großen gasbetriebenen Ofen. In dem die großen Tonwaren gebrannt werden. Für das Bestücken des Ofens gibt es ein Schienensystem über das man die Rohlinge in den Ofen fahren kann.
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Es gibt auch noch einen Holzofen. Der Ofen hat zwei Brennkammern und das Know How kam damals von Japan nach Taiwan. Er wird von 10 verschiedenen Töpfern genutzt die bei 1300 Grad 5 Tage brennen.
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Jetzt können wir unserer Kreativität freien Lauf lassen. Nach einer kurzen Instruktion durch den Chef können wir zwei Rohlinge modellieren die beim nächsten Brand im Holzofen gebrannt werden. Bin gespannt ob es was wird.
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Nach getaner Arbeit fahren wir jetzt noch 2 Stunden bis zum Hotsprings Hotel östlich des Shei- Pa National Parks. Entspannen in dem warmen Wasser und trinken noch ein paar Gläser Sake mit Atong. Gute Nacht…..Frank Wiebach

 
Ich bin jetzt schon zurück in München und ergänze den Reiseblog von hier aus. Der 24. war ein Reisetag deshalb gibt es nicht so viel zu berichten. Wir fahren zurück nach Taipei und das einzig nennenswerte ist ein Zwischenstop in San Yi. Wir sind in einem anderen Teil von San Yi als am Vortag. Hier ist eine extreme Dichte von Geschäften die Kunstwerke aus Holz verkaufen. Wir verbringen hier über zwei Stunden und heben einige Geschäfte ausgelassen.
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In Taipei checken wir wieder in unser altes Hotel in Nangang ein und freuen uns schon auf den nächsten Tag der ereignisreicher sein wird.
 
Heute haben wir für 12 Uhr eine Reservierung im Wistaria Tea House. Das Gebäude stammt aus den 20iger Jahren und ist ein Besuch ist ein muss für jeden Teeliebhaber der Taipei besucht. Den freien Vormittag nutzen wir um dem Blumenmarkt zu besuchen. Er befindet sich nur 30 Gehminuten vom Wistaria Tea Houses entfernt, auf der anderen Seite des Da’an Parks unter einer Hochstrasse. Unser Glück ist dass er heute nicht so überfüllt ist wie sonst und wir können uns ungestört von den Düften verzaubern lassen.
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Im Wistaria Tea House werden wir freundlich empfangen und zu einem Separee geführt. Die Innenausstattung stammt noch aus den 30iger Jahren und sorgt in Verbindung mit dem Duft nach gutem Essen und alten gelagerten Tee für ein tolles Ambiente. Wir bestellen uns Essen und danach einen 1950er Liu’An Hei Cha, der stolze 30€ pro Gramm kostet. Hier ein kleiner Tipp am Rande. Bestelle niemals Rippchen wenn du mit Stäbchen isst.
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Nach über zwei Stunden verlassen wir das Wistaria Tea House und gehen zu Teemeister Atong. Der Tee den wir in Mingjian produziert haben ist in Taipei eingetroffen und Atong hat ihn schon geröstet wir können ihn probieren. Aus den 132 Kg frischen Teeblättern sind nur 21 Kg fertiger Tee geworden. Normalerweise hätten es 30 Kg sein sollen. Der große Gewichtsverlust ist durch das sehr zarte Pflückgut zu Stande gekommen. Es ist ein sanfter femininer Tee mit wenig Tiefe und einer angenehmen Süße. Er ist sehr reichhaltig, was bedeutet dass man wenige Teeblätter für den Aufguss braucht.
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Hier röstet Atong die Tees und das Weiße unter den Bambustellern ist reines Tein, das sich beim Rösten absetzt.
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Wir kosten noch weitere Tees. Darunter Raritäten wie einen 1987er Li Shan. Atong zeigt uns damit, dass Oolong durch die Lagerung an Geschmack gewinnt und viel fasettenreicher wird. Weiterhin weist er in Bezug auf die steigende Nachfrage nach Hochlandtee darauf hin, dass dieser nicht zwangsläufig gut ist. Er ist nur gut, wenn er gut gemacht ist. Wenn der Zeitpunkt und die äußeren Bedingungen nicht stimmen ist selbst ein Hochlandtee nur durchschnittlich. Weiterhin bemängelt er dass zu viel Tee nicht durch einen Teemeister finalisiert wird. Er bezeichnet diesen ungeröstetenTee als Mau Cha. Diesen tollen Tag lassen wir bei ein paar Taiwanbier vorm 7-Eleven ausklingen.
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Gute Nacht…..Frank Wiebach
 
Heute ist ein Treffen bei Atong angesetzt. Wir bekommen einen Oolongkurs für Fortgeschrittene. Atong der von seinen Schülern nur laoshi genannt wird, was im chinesischen Lehrer bedeutet, empfängt uns mit Bananen. Diesen haben unterschiedliche Reifegrade und jeder erhält 3 Stück. Eine Reife, eine weniger Reife und eine Unreife. Wir essen sie. Die unreife Banane war übrigens wie die, die man in Deutschland kauft. Dieses Beispiel überträgt er auf Aspekte der Teeproduktion. Einerseits auf den richtigen Erntezeitpunkt in Verbindung mit den verschiedenen Lagen (Höhe und bei Hanglage die Himmelsrichtung in die der Hang zeigt) des Anbaugebiet. Er erläutert dabei sehr detailliert wie das Wetter und die verschieden Lagen den Geschmack des Tees beeinflussen. Andererseits verweist er auf die Tatsache, dass wenn man nie eine wirklich reife Banane gegessen hat man sich auch nicht vorstellen kann wie gut diese schmeckt. Das ist bei Tee genauso und er bemängelt, dass zu viele „unreife Bananen“ verkauft werden.
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Danach geht er auf Strauchsorten, deren Eigenschaften, deren Vor- und Nachteile und die Verarbeitung ein. Erklärt uns wie man Tee erkennt der nicht ausreichend oxidiert wurde und kommt schließlich zur Lagerung. Wir probieren auch Tees die gelagert wurden obwohl sie nicht dafür geeignet waren. Einige waren zu wenig oxidiert und haben kaum noch Aroma gehabt und wieder andere hatten noch zu viel Feuchtigkeit und wurden während der Lagerung postfermentiert und hatten Noten eines Pu Erh Tees.
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Im Anschluss gehen wir noch in ein Restaurant und dann ins Hotel…..Gute Nacht….Frank Wiebach
 

Heute besuchen wir das kleine Teeanbaugebiet Yilan südöstlich von Taipei. Noch vor 10 Jahren hätte das 4 Stunden in Anspruch genommen, aber durch den 2006 fertig gestellten über 12 km langen Xueshan- Tunnel brauchen wir nur etwas über eine Stunde. Im gesamten Bezirk Yilan wird jegliche Industrie abgelehnt. Folgen sind eine intakte Umwelt und dass der Bezirk vom Rest Taiwans als rückständig angesehen wird. Menschen die dem Trubel in Taipei entkommen wollen kommen hierher um sich zu erholen. Wir besuchen einen Teebauern der 5 Jahre in Folgen den nationalen Teewettbewerb gewonnen hat. Als wir ankommen wird in der Fabrik gerade ein Paochong produziert.
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Nachdem wir uns die Produktion angeschaut haben gehen wir zu einem nahe gelegenen Feld. Es sind 35 Grad und praller Sonnenschein. Es dauert nicht lange bis ich  die ersten Schweißperlen auf der Stirn habe.
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Zurück in beim Bauern können wir in ein klimatisiertes Büro. Atong diskutiert mit dem Bauern über den Zustand der Pflanzen, sagt ihm, dass die Oxidation nicht ausreichend ist und dass der Bauer eigentlich eher Grüntee als Oolong produziert. Der mit seinen 5 Wettbewerbstiteln ist für Kritik gar nicht offen und als Atong von ihm kein Tee kaufen möchte verlässt der Bauer das Büro und unserer Treffen ist beendet.
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Das jähe Ende unseres Treffens mit dem Teebauern verschafft und aber noch Zeit an den Pazifik zu fahren. Was bei den heutigen Temperaturen eine willkommene Abwechslung ist.
Leider hatte niemand Badesachen mit.
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Auf dem Rückweg nach Taipei fahren wir noch nach Shi Ding. Das ist ein Anbaugebiet für Fo Shou besser als Buddha Hand bekannt. Die Blätter sind 3 Mal größer als bei anderen Sorten. Der Ursprung der Pflanze liegt in China und sie hat einen Zitrusduft. Da wir direkt am Feld von einem heftigen Regenschauer überrascht werden nehmen wir nur schnell ein wenig Anschauungsmaterial mit in den Bus.
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Hier gab es auch einige Reihen Tie Quan Ying der an den fleischigen gewellten Blättern zu erkennen ist.
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Jetzt steht die Rückfahrt nach Taipei an. Bis Taipei normalisiert sich das Wetter wieder und diskutieren noch bis spät abends über die Geschehnisse beim Bauern……

Gute Nacht…..Frank Wiebach.

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