Japan Reise 29.06.2010

Am Morgen lachte zwar wieder die Sonne in mein Fenster, jedoch auf der 30min Fahrt mit dem Shinkansen wurde es immer dunkler und als wir in der Stadt Minamata gelegen in der Präfektur  Kumamoto ankamen, regnete es in Strömen und hörte den ganzen Tag nicht mehr auf.

Trotzdem stand auf dem heutigen Programm der Teegarten „Sakura No“ was übersetzt „Kirschfeld“ bedeutet.
Die Familie Matzumoto betreibt bereits in der 4. Generation seit 1928 Ihren Teegarten.
Angebaut wird auch hier biologisch, wobei ein Teil des insgesamt 3 ha großen zur Verfügung stehen Fläche sozusagen „naturell“ bewirtschaftet wird, d. h. der Natur wir freien Lauf gelassen und es wird auch nicht mit Bio-Dünger oder Bio-Strafmitteln gearbeitet.  Die Pflanzen wachsen dadurch zwar viel langsamer aber so natürlich wie möglich.

 

Auf einer sehr schmalen und extrem kurvigen Straße ging es in die wolkenverhangenen Berge zu einem Ihrer Teefelder das auf 400m. Höhe liegt. Von diesem mit der Yabukita bepflanzten Teefeld kommt der „Sakura Sencha“


Eine Mischung aus Kabusecha (Halbschatten) und Sencha (unbeschattet).








Die neue Ernte dieser Köstlichkeit konnten wir in Ihrem sehr traditionellen Japanischen Haus umgeben von üppigen Pflanzen und Bäumen probieren. Gegenüber gestern ein neues Highlight dieser Reise, denn in einem so klassischen Japanhaus waren wir noch nie. Der Sakura Sencha ist sehr mild und besitzt trotzdem tiefe, dass wir uns entschlossen haben, diesen Tee in unser Sortiment aufzunehmen.

Anschließend probierten wir auch einen Kama-iri-cha. Der nicht gedämpft, sondern nach Chinesischer Art mit trockener Hitze hergestellt wird. Er besitzt eine ausgeprägte nussige Note und wird aus 83 Jahre alten Zairaishu Teebüschen die noch aus Samen gezogen wurden hergestellt.

Diese alten Teebüsche können bis zu 200 Jahre gute Qualitäten liefern, wogegen die sehr verbreitete Züchtung der Yabukita Pflanze nach 30 bis 40 Jahren ausgewechselt wird, da die Qualität dann sehr abfällt. 

Bei der Besichtigung der kleinen Teefabrik der Familie konnten wir dann erstmals die dafür verwendete Maschine sehen. Die Teeblätter werden hier für ca. 20 Sek. Trockner Hitze ausgesetzt, ähnlich wie bei den Chinesischen Pan Tees und dann wie die Sencha Tees weiterverarbeitet. Der normale Sencha wäre gedämpft worden. Dadurch erhält dieser Tee seine nussige Note, wie unser Ureshino Cha (0J04).

 

 

 






Bei der Vermehrung der Teebüschen setzt die Familie auf Teesamen, die aber erst im Jahr nach der Blüte ausgebildet werden.


















Zurück im Haus, führte Herr Matzumoto uns zwei Arten der Zubereitung vor, wenn man den Tee milder und süßer haben möchte. Als erstes hat er die Teeblätter in die Kanne gegeben, dann mit kalten Wasser bedeckt und ca. 3 Sek. gewartet bis sich die Teeblätter vollgesogen haben. Erst dann goss er mit 70°C heißem Wasser die Kanne voll. Nach weiteren 3-5 Sek. Verteilte er den Tee in die Tassen. Möchte man einen kalten Tee, so werden die Teeblätter mit etwas 70°C heißem Wasser bedeckt, auch hier wartete er ca. 3 Sek. und goss dann mit kaltem Wasser die Kanne voll. Das Ergebnis war in beiden Fällen ob warmer oder kalter Tee, ein milder, leicht süßer aber nicht bitterer Geschmack. Interessant!

Auch dieser Tag verging wieder sehr schnell und morgen sehr zeitig, geht es bereits nach Osaka. Also wieder 7-8 Std. Zugfahrt. Am Donnerstag werden wir in Osaka dann etwas shoppen und hoffen ein paar Gegenstände für unsere Ladendeko zu finden.
Am Freitag geht es dann über Peking schon wieder zurück nach München.
Wir waren auf einer Interessanten Reise und haben sehr viel dazugelernt.

An dieser Stelle möchten wir uns auch bei der Fa. Marimo Teeraum herzlich bedanken. Die für uns diese Reise erst möglich gemacht haben, Dietmar Segl für seine hervorragenden Übersetzungen die viel Geduld mit uns gekostet hat, besonders durch meine vielen Fragen. Tobias Rösch der immer im Hintergrund  für unser Weiterkommen viel Zeit aufgewendet hat.

Wir freuen uns schon auf die nächste Teereise
Ihre Reisenden
Werner Merten und Markus Pichl

 
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